Buchbesprechungen für Unternehmerinnen und Unternehmer
00:00:00: Herzlich willkommen zur Episode 108 der Leseoptimistin. Ich freue mich total, wir haben wieder ein wirklich, ich finde, ein kleines, kluges Büchlein heute auf dem Tisch und gelesen und für euch vorbereitet, nämlich Luther für Innovatoren.
00:00:24: Das passt ja jetzt quasi auch in die Weihnachtszeit ein bisschen was mit Religion. Nein, jedenfalls unter Titel 95 Thesen, Innovation neu zu denken.
00:00:35: Geschrieben hat es Jean-Philipp Haakmann erst, Schweizer erst ein revolutionärer, kreativer Innovationsdenker, ist auch relativ neu das Büchlein.
00:00:46: Und vorgeschlagen hat mir das der Jakob Chromi und als ich den Post von dir gekriegt habe, Jakob, habe ich noch was ganz zauberhaftes entdeckt.
00:00:57: Nämlich du arbeitest in der Agentur Quentchen und Glück, was für ein wundervoller Name, was für ein Quentchen Glück habe ich jetzt diesen Podcast mit dir zu gestalten.
00:01:08: Ich freue mich, dass du da bist. Hallo Jakob.
00:01:10: Ja, hallo, herzlich Wille. Ein herzliches Hallo aus Darmstadt. Ich freue mich auch total. Also ich höre ja deinen Podcast immer wieder und jetzt sozusagen selbst drin zu sein, das ist total schön.
00:01:21: Genau. Über Quentchen und Glück können wir zwischendurch nochmal reden. Ich hatte nämlich auch übrigens für die Hörderinnen und Hörder, falls ihr noch ein kleines, nettes Weihnachtsgeschenk sucht.
00:01:31: Ihr habt so ein ganz wundervoll, tolles Kartenspiel zu New Work Themen, ein Quartet. Das leg ich euch noch somit ans Herz und Pax in die Show nutzen. Da habe ich nachher noch ein paar Fragen an dich.
00:01:44: Aber jetzt mal zum Start. Du hast mir das Buch ja vorgeschlagen. Wann und wo bist du auf das Buch aufmerksam geworden oder auf den Jean-Philipp, dass du mir das vorgeschlagen hast?
00:01:56: Ja, ich befürchte über LinkedIn. Ja, alles im Business-Kontext oder in anderen Quellen. Aber ich kannte seinen Namen schon. Wir haben seinen Vorgängerbuch, hört auf mit dem Innovationstheater in unserer Bibliothek.
00:02:09: Bei Quentchen und Glück und Kolleginnen hatten das gelesen. Ich habe das selbst noch nicht gelesen, aber die haben da so viel drüber erzählt.
00:02:16: Und es fand es so gut, dass ich quasi als dieses Buch jetzt erschien, "Lutter für Innovatoren" und diese 95 Thesen, das ich da blind zubegriffen habe.
00:02:27: Und ich muss sagen, ich bereust nicht. Also es ist ein klasse Buch, das richtig gut anregt und zum Austausch und Diskussionen und vielleicht auch Streit unter Kolleginnen führt,
00:02:42: weil die Thesen genau das machen, nämlich Dinge in Fragestellen, Dinge provozieren, neue Blickwinkel und Perspektiven einnehmen.
00:02:50: Und es hat eigentlich sehr gut aufgemacht, das Buch.
00:02:54: Ja, genau. Also das finde ich auch unglaublich gelungen und er erklärt es ja am Anfang, also warum 95 Thesen.
00:03:02: Erst mal, und das finde ich sehr geschickt, zu sagen, ja, was ist denn eine These? Es ist erst mal eine Behauptung, die zur Diskussion steht.
00:03:11: Und das muss man einfach sich auf der Zunge zergehen lassen und deswegen machen wir beide jetzt ja quasi genau das Richtige im Sinne von Jean-Philipp, sich austauschen da drüber.
00:03:21: Und da geht es nicht darum, der eine hat das Wissen gepachtet und der andere hört gelehrigt zu und lässt sich quasi hier berieseln,
00:03:30: sondern dieses sich über Themen streiten, auch anderer Meinung sein und das dann mal durchdiskutieren, zu durchdenken.
00:03:38: Und seine 95 Thesen, das ist so schön gegliedert, finde ich auch, sind immer so ein, zwei Seiten, wo der das ganz kurz beschreibt,
00:03:47: aber eben auch gar nicht jetzt so in epischer Breite, sondern es soll ja zum eigenen Denken anregen und deswegen, das ist ihm auch super gelungen.
00:03:57: Und ich habe mir nur so gedacht, also er hat natürlich die 95 Thesen genommen, um jetzt hier sich an Luther anzulehnen.
00:04:05: Ich hoffe, er baut es mal auf 365 aus, dann könnte man jeden Abend eine auf Nachtisch sich so vom Schlafen gehen, so zu Gemüte führen.
00:04:15: Oder als Abreißkalender, ja.
00:04:19: Ja, man kann nämlich seine alte Denke zum Thema Innovationen abreißen.
00:04:23: Und der ist auch ganz schön, nämlich, also ich bin jetzt auch nicht der biblifeste Mensch und der Christlichste,
00:04:28: aber er hat da immer so ein Martin Luther Zitat zu jeder These passend rausgesucht, das ist auch nochmal, also schön zu lesen,
00:04:36: nochmal in anderen Worten, in dieser alten deutschen Sprache, irgendwie was passendes, das sind so kleine Details.
00:04:44: Und natürlich seine Einladung auch, dieses Buch Kreuz und Quer zu lesen.
00:04:50: Also man muss nicht irgendwie von 1 bis 95, sondern man kann einfach auch reinblättern, zack, nimmt sich eine These und dann geht es los.
00:04:58: Aber ich glaube, jetzt haben wir schon noch ein bisschen die Hörerinnen heiß gemacht.
00:05:01: Ja, genau.
00:05:02: Und sind gespannt, welche Thesen uns angesprungen haben.
00:05:07: Ja, genau.
00:05:08: Und vielleicht nochmal zur Einordnung, was finde ich auch sehr schön, obwohl es gar nicht gebraucht hätte.
00:05:14: Er unterteilt dann die Thesen in vier große Kategorien, wo er die ein bisschen dazu ordnet, aber letztlich ist es egal,
00:05:21: man kann die eine These auch in der anderen Kategorie interpretieren und verstehen, ist nur noch so, dass das Buch halt eine schöne Gliederung auch noch hat, also insofern.
00:05:31: Möchtest du starten mit deiner?
00:05:33: Wir haben uns natürlich jetzt für die Hörerinnen und Hörer, wir haben uns ein paar Thesen ausgesucht, jeder und stellen die uns gegenseitig vor.
00:05:42: Also wir machen jetzt nicht alle 95 Thesen durch, dann sitzen wir heute Abend noch da, sondern einfach wir gucken, welche Thesen uns da so angelacht haben.
00:05:52: Also Jakob, wo hast du hingegriffen und gesagt ja?
00:05:57: Ja, also ich spring mal zu der These oder zu einer Thesenreihe, weil die miteinander verknüpft sind, die vor allem mit meiner eigenen Historie und unserer Arbeit bei Gleitchen Glück auch zu tun haben.
00:06:09: Und vielleicht ist da nochmal der Punkt, ich komme selbst ein bisschen aus der Produktentwicklung, dem Abtesten von Ideen, habe in einem Start-up Labor gearbeitet,
00:06:19: wir bei Gleitchen Glück versuchen unseren Kunden zu helfen, brauchbare Produkte zu entwickeln und sind da spezialisiert, vor allem auf die Anfangsphase, nämlich dieses, wie test ich denn, Produkte ab.
00:06:30: Deswegen ist so die These 53, die begegnet mir sehr häufig.
00:06:34: Ich lese mal vor, der Fokus auf die Machbarkeit einer neuen Idee wird von Innovationsteams systematisch überbewertet.
00:06:43: Und überbewertet, ja.
00:06:46: Und das ist mir auch schon oft in der Vergangenen begegnet, auch gerade mit Ingenieuren, mit Technikern, Softwareentwicklern, da wird sich erst Gedanken gemacht, ist das überhaupt technisch möglich?
00:06:56: Können wir das bauen?
00:06:58: Das ist natürlich eine tolle Tüftelaufgabe, macht auch Spaß, sich da reinzufuchsen.
00:07:05: Aber dann passiert nämlich genau das.
00:07:07: Der eine Punkt ist natürlich, später braucht, muss eine Lösung auch irgendwie technisch machbar sein.
00:07:12: Aber das schließt gleich auch mit der These 54 an, deswegen ist das so ein Doppelpack.
00:07:17: Die These 54, die Wünsbarkeit einer Idee sollte immer vor der Machbarkeit geprüft werden.
00:07:23: Und das ist auch meine Erfahrung.
00:07:25: Das heißt, wie finden wir heraus, ob das, was wir entwickeln, Potenzial am Markt hat.
00:07:32: Und da ist mir aus eigenen Fehlern und Erfahrungen und aus der Begegnung in der Beratung, also auch in der Produktentwicklung.
00:07:41: Ich hatte auch einen eigenen Podcast zu diesem Thema, "Kein Problem, kein Produkt" hieß da auch, kein Problem, kein Produkt.
00:07:47: Also die Wünsbarkeit herauszufinden.
00:07:53: Und das beschreibt ja quasi in diesen beiden Thesen nicht den Fokus auf die technische Machbarkeit erstlegen,
00:08:01: sondern erst zu schauen, über die Wünsbarkeit zu sprechen und wie teste ich das eigentlich ab?
00:08:08: Wie finde ich denn heraus, ohne zu fragen, Gelangela, diese neue App, die ich da entwickelt habe, die brauchst du doch, oder?
00:08:16: Die ist doch super, gell?
00:08:17: Und dann nächste zwei Mal und dann habe ich von dir das Feedback erhalten.
00:08:22: Und du hast eigentlich gar nicht zur Zielgruppe und denk mir, naja super.
00:08:26: Also, die Angelah findet das Klasse, meine neue Idee, die ich da habe.
00:08:30: Hundeshitter, obwohl du hast ein Hund, gell?
00:08:33: Das war ja so ein bisschen zu viel.
00:08:37: Aber das sind so ein bisschen die ersten beiden Thesen, die mir einfach, weil ich so viel Bezug dazu habe, so viel schon darüber geredet habe, auch mit Kunden,
00:08:47: weg vom Schreibtisch, weg vom von der technischen Lösung, hin zum Rausgehen und in irgendeiner Form abtesten.
00:08:55: Wir haben das immer gemacht mit so Fassatentests.
00:08:57: Wir haben so getan, als ob es das Produkt schon gibt.
00:09:00: Also, wir haben einen Markennamen entwickelt, eine Webseite gebaut oder Flyer gebaut.
00:09:06: Wir haben sie hingelegt.
00:09:08: Und dann sage ich immer, es ist Unterschied zwischen Feedback und Resonanz.
00:09:12: Feedback ist das, was ich vorhin gefragt habe.
00:09:14: Ich habe die Bekannten oder auch die Zielgruppen, wie findest du die Idee?
00:09:17: Und dann kommt ganz viel soziale Erwünschteile.
00:09:19: Dann wollen die nicht natürlich dich demotivieren.
00:09:21: Und Angelah, naja, sie hat doch irgendwie diese Freuzigkeit über ihre Idee.
00:09:25: Dann sage ich immer, das ist das Gute.
00:09:27: Und das würde ich auch kaufen.
00:09:28: Dann fragst du nach dem Preis.
00:09:29: Ja, und 50 Euro würde ich ausgeben für den Instant Hundeshitter App Service.
00:09:34: Und dass ich den Zugriff habe.
00:09:37: Und dann denkst du ja super, tolles Feedback mache ich, bringst die Idee auf den Markt.
00:09:41: Das Produkt auf dem Markt, keiner kauft es.
00:09:43: Und da ist immer das Problem an der Stelle genau, nämlich bei der Wünsparkeit.
00:09:47: Aus meiner Erfahrung, man muss Feedback von Resonanz unterscheiden.
00:09:51: Und Resonanz ist das, was ich beobachte.
00:09:53: Das heißt, ich habe das immer so an fiktiven Beispiel erklärt,
00:09:57: wenn wir beide jetzt ein neues Müsli rausbringen würden.
00:10:00: Ja, nämlich das Power-Müsli für den Morgen.
00:10:05: Und mit ganz viel Protein für deinen Morgenspaziergang, Morgenrunde, Morgenfitness.
00:10:12: Dass du essen kannst.
00:10:14: Und statt zu fragen, die Leute, wie sie das finden,
00:10:19: ist der bessere Test, wenn wir schaffen würden, kleinen Supermarkt zu finden.
00:10:23: Und zu sagen, hey, können wir das Produkt da mal platzieren.
00:10:26: Aber jetzt vorsicht, wir müssen es gar nicht vorher bauen.
00:10:29: Wir müssen nur die Verpackung bauen.
00:10:30: Das meinen wir mit Fassade.
00:10:31: Das heißt, wir würden quasi ein Müsli in ein Regal stellen, was anderes reintun.
00:10:36: Und dann würden wir mit einem Marktkittel da an der Stelle immer den ganzen Tag putzen.
00:10:42: Und dann würden wir beobachten, ob Leute erstens das Müsli sehen.
00:10:47: Springt ihnen das ins Auge im Regal.
00:10:49: Zweitens, nehmen sie es in die Hand, ist ihr Interesse geweckt.
00:10:52: Gucken sich Details an.
00:10:57: Drittens, legen sie es in ihren Warenkorb, Einkaufswagen.
00:11:01: Und bis zum Schluss bringen sie es zur Kasse.
00:11:04: Das wäre jetzt ein echter Fassadentest in der Realität.
00:11:08: Um zu schauen, muss man natürlich gucken, kann man das aufsetzen.
00:11:11: Aber wir haben da schon sehr viel Kreatives gemacht, um Produkte abzutesten.
00:11:15: Und danach löst man es auf oder an der Kasse würde man es auflösen.
00:11:19: Hey, das Produkt gibt es noch gar nicht.
00:11:21: Aber schön, dass du Interesse daran hattest.
00:11:23: Magst du mit mir drüber reden, warum du zugegriffen hast?
00:11:25: Was hat dich angesprochen?
00:11:26: Und magst du jetzt vielleicht in meinen Testing Pool kommen,
00:11:29: wo wir zukünftig mit dir bei der Produktentwicklung drüber sprechen?
00:11:33: Und das kann man natürlich auch digital machen.
00:11:35: Einfach mit jeder Idee, die digital abbildbar ist,
00:11:38: mit dem man eine Fassaden-Webseite baut und dann guckt, gibt es ein Call to Action.
00:11:44: Also irgendwas, was die Leute drücken, kaufen, klicken, anmelden.
00:11:47: Und dann sieht man die Resonanzen und hat dann sogar noch bessere Zahlen
00:11:50: und kann das in Größe reinmachen.
00:11:52: Sehr schön, ich habe jetzt das Bild im Kopf, wie so eine ganze Putzkolonne
00:11:56: um die Kunden herum, wo sie hinzuvermacht und auch jede Bewegung.
00:12:02: Ich gucke auch, wenn man im Supermarkt beobachtet, oder kurzen die wirklich?
00:12:08: Genau, aber ich habe ein paar Gedanken zu diesen Thesen.
00:12:13: Weil erstens, was ich da noch mal ziemlich für mich so einen kleinen Aha-Moment erfand,
00:12:21: dass er eben dieses Machbarkeit und Wünsparkeit explizit ja trennt
00:12:26: und Wünsparkeit, Vormachbarkeit stellt.
00:12:29: Und da noch mal, das war für mich so ein Klickmoment, also wo es bei mir Klick gemacht hat.
00:12:35: Ich bin ja so der Typ, also bei mir geht es ja nicht um Produkte, sondern um Dienstleistungen.
00:12:39: Wenn ich Strategieberatungen mit den Steuerberatern mache und den Partnern aus der Kanzlei,
00:12:45: dann mache ich es immer so, dass ich einen Tag, der erste Tag ist der Tag des Möglichen
00:12:51: und der zweite Tag ist der Tag des Machbaren.
00:12:54: Und da habe ich aber jetzt für mich gelernt, an diesem Möglichkeitstag
00:13:00: muss die Wünsparkeit aus der Kundensicht im Vordergrund stehen.
00:13:04: Nicht, was können wir uns alles vorstellen an supertollen Ideen, was möglich wäre.
00:13:10: Da lief er ich dann natürlich auch immer gerne und dann sind wir wieder bei dem Punkt,
00:13:14: sind wir verliebt in die Lösung oder ins Problem, da kommen wir später noch dazu.
00:13:20: Aber das finde ich, das hat für mich noch mal so eine Schärfe gebracht im Sinne,
00:13:26: wo legen wir den Fokus drauf am Tag des Möglichen, das war das eine.
00:13:31: Und das zweite, was du jetzt eben auch gesagt hast mit dem Testen und dem Begriff Fassadentest,
00:13:37: kannte ich noch nicht, sehr schön habe ich wieder für mich gelernt jetzt.
00:13:40: Da einfach, er spricht ja, finde ich auch einen tollen Begriff von der fundierten Vermutung.
00:13:47: Also natürlich habe ich eine Vermutung, was meine Kunden sich wünschen könnten,
00:13:52: aber oft wissen Kunden ja selber nicht, was sie sich wünschen oder wie ihr Leben besser sein könnte.
00:14:00: Und in vielen der Thesen bringt er das ja auch mit rein und das finde ich dann als Grundgedanken wichtig.
00:14:09: Die Kunden wissen vielleicht nicht, was sie sich wünschen oder wünschen könnten,
00:14:14: aber die Kunden haben ein Problem, das gelöst werden muss.
00:14:18: Und auf das zu fokussieren, zu sagen, ja womit schlagen die sich herum, was interessiert die?
00:14:25: Und daraus kannst du dann die fundierte Vermutung ableiten und deine Fassadenprodukte.
00:14:30: Also das fand ich da in diesem Thesenbereich superanregend und spannend weiterzudenken.
00:14:39: Auf jeden Fall ja und das also so ein bisschen, wenn man jetzt in den Fachschrankung,
00:14:43: über den spricht er ja auch noch mal, aber da reingeht, dann würde man auch da gibt es ein Modell,
00:14:47: das heißt Jobs to be done, welche Aufgabe erfüllt denn ein Produkt oder eine Dienstleistung.
00:14:52: Und da gibt es auch einen interessanten Aspekt. Es gibt ja nicht nur Funktionale,
00:14:56: sondern auch soziale Bedürfnisse oder Funktionen eines Produktstatus.
00:15:01: Und da wird es immer schwierig, wenn ich in diesen Bereich reingehe,
00:15:04: so ein bisschen was mit Status zu tun hat, da sind die Leute auch nicht ehrlich.
00:15:07: Also die tragen zwar gerne große Tasche mit dem Label drauf,
00:15:10: aber sie würden niemals sagen, ich kaufe das, um anzugeben oder damit Leute mich damit sehen.
00:15:15: Sondern die sprechen dann von der guten Qualität oder dem Renommee etc.
00:15:19: Und in diesem Jobs to be done Modell, für Hörerinnen, die sich dafür interessieren,
00:15:25: kann man ein bisschen reinschauen, wie man so denn diese Aufgaben von der Job,
00:15:31: das ist ein bisschen schwer zu übersetzen, aber die Aufgabe, die ein Produkt zu erledigen habe,
00:15:34: übersetzen kann und vorausfinden kann, welche Bedarfe stecken dahinter.
00:15:40: Und das ist immer genau der Punkt, was du sagst, nämlich auch nämlich immer nur Kunden zu befragen.
00:15:44: Was wünschen die sich? Ist auch nicht immer der richtige Weg.
00:15:48: Deswegen kann man es mal so machen, wir bauen eine Lösung, testen sie ab.
00:15:52: Wir interviewen natürlich Menschen, wir beobachten irgendwie Verhalten.
00:15:56: Wir fragen nach drunter liegenden Bedarfen.
00:15:59: Und daraus kann dann Innovation und Neues entstehen.
00:16:04: Und abschließend noch zu dieser Serie, die 55, Tese 55, passt da auch noch rein.
00:16:10: Ein Innovation-Testing-Team wäre in jedem Unternehmen unglaublich wertvoll und quasi eine Innovation.
00:16:16: Und da spricht da nämlich einen Aspekt ein, der mir auch aufgefallen ist,
00:16:21: weil ich auch selbst natürlich viele Tests gemacht habe.
00:16:23: Und ich habe auch Tests natürlich von eigenen Ideen von mir gemacht.
00:16:27: Und da ist es unheimlich schwer, nicht verliebt zu sein in die eigene Idee.
00:16:32: Und die dann abzutesten und dann sich nicht ständig in diesem Confirmation-Bias, also ein Bestätigungsfehler.
00:16:40: Ja, ja, ich interpretiere das so, dass sie das eigentlich gut finden.
00:16:44: Oder, na ja, kommen sechs Wolkens hier haben, drei nicht.
00:16:47: Das ist doch ein gutes Zeichen.
00:16:49: Wenn man da eigentlich jemand anders dran setzen würde,
00:16:52: an das Testen, das Abtesten der Ideen und der Experimente, das wäre gandios,
00:16:58: ist mir aber noch nie im Arbeitsleben in irgendeiner Organisation bestätigt.
00:17:02: Und deswegen ist das quasi wirklich eine Innovation und neu.
00:17:05: Und ich habe es auch nie gemacht, aber kenne den ganzen Schmerz, der da drinsteckt.
00:17:09: Ja, also jetzt in meinem Umfeld muss ich auch dazu sagen, die Kanzlei, die ich betreue, sind jetzt in einer Größenordnung.
00:17:15: Das ist auch schwierig, das so ein Testing-Team zu installieren.
00:17:20: Aber ich finde schon der Grundgedanke selber ist wichtig,
00:17:24: weil auch wenn es kein Testing-Team gibt, aus welchen Gründen auch immer,
00:17:30: das als eigenen Prozessschritt sicher zu verankern, ist das Entscheidende.
00:17:37: Also nicht einfach zu sagen, ja, und dann testen wir es halt auch nochmal.
00:17:41: Das werden das schon mögen, die Kunden.
00:17:45: Das ist ja dann auch wirklich immer auch eine Frage,
00:17:47: wie du sagst, man über diesen Confirmation bei ist.
00:17:50: Ja, natürlich, wie schauten der Test aus?
00:17:53: Ist der wirklich ehrlich?
00:17:55: Oder habe ich ihn nicht schon so gestaltet, dass hinten das rauskommt, was ich will?
00:17:59: Also das sind ja dann so spannende Fragen an der Stelle.
00:18:03: Und wie du auch schon sagst, je verliebter ich in meine Idee bin, desto weniger gern lasse ich sie los.
00:18:10: Hat er ja auch einige Thesen drüber.
00:18:13: Und da ist wirklich die Gefahr, dass ich in dieser Testphase meine Ergebnisse unbewusst manipuliere.
00:18:21: Und deswegen so ein neutrales, in irgendeine Form,
00:18:26: einen neutralen Prozessschritt zu haben, der ehrlich Ergebnis offen ist.
00:18:32: Ja, da hast du vollkommen recht.
00:18:34: Aber genau, und da kann ich noch noch einhaken, dass der Fall davor eigentlich noch größer ist.
00:18:39: Also es wird überhaupt kaum Ideen abgetestet.
00:18:42: Das ist die Realität.
00:18:44: Also ich nenne das immer Feature-Retest.
00:18:46: Ich habe mal auch einen Barcamp-Session gehalten, die sieben Todsünden der Produktentwicklung,
00:18:52: wenn wir jetzt schon bei Luther und Religion sind.
00:18:55: Und da war Wollust, nämlich dieses immer mehr Reneinfantasie,
00:19:00: was könnte mein Produkt noch, welche Ideen habe ich und so weiter.
00:19:03: Am Schreibtisch sich die Dinge ausmalen, schöne Präsentationen,
00:19:07: Konzeptpaper, Businesspläne schreiben, bis der Realitätsabgleich kommt
00:19:11: und das dann auf den Markt oder Kunden oder Nichtkunden oder potenzielle Kunden trifft.
00:19:15: Ja, das ist echt gut.
00:19:17: Also allein diese Serie hier, also von 53 bis 55, steckt schon so viel drin.
00:19:22: Aber jetzt bin ich gespannt, jetzt habe ich einen mit so einem Dreierpark vorgelegt.
00:19:26: Angela.
00:19:27: Also ich habe, und in diese Serie, weil die habe ich mir nämlich rausgegriffen,
00:19:32: gehört die These 56 auch noch dazu.
00:19:35: Das war für mich ein totaler Aha-Effekt.
00:19:38: Also weil sie mich unmittelbar in meiner Beratung betrifft, Steuerberater,
00:19:42: wenn die Beratung verkaufen, ist es hochpreisig.
00:19:45: Das ist nicht das mitnehmen Produkt an der Supermarktkasse.
00:19:48: Und die These heißt dann auch, die Wünschbarkeit hochpreisiger Produkte
00:19:54: kann nicht mit einfachen Prototypen getestet werden.
00:19:58: Wow, da habe ich echt gezuckt.
00:20:00: So, und da finde ich aber unglaublich nachvollziehbar schlüssig.
00:20:07: Und ja, das habe ich mir auf meine Fahnen geschrieben.
00:20:10: Dass es bei hochpreisigen Produkten, kannst du nicht einfach sagen,
00:20:14: wir haben uns jetzt vorgestellt, lieber Mandant, also ich schrede jetzt mal
00:20:18: aus einer Steuerberaterin in Sicht, wir machen jetzt künftig mit Ihnen
00:20:22: eine umfassende Firmenwertberatung, wo Sie dann Ihr Unternehmen zum tollen
00:20:29: Firmenwert besser verkaufbar machen.
00:20:32: Kostet 15.000 Euro und das sind die Schritte.
00:20:35: Das mag ein toll überlegtes Dienstleistungsangebot sein mit wirklich
00:20:41: fundierten Wissen und allem Pipapo, aber Testen, also diese Inhaltetesten
00:20:47: kannst du nicht, weil die versteht in Anführungszeichen der Kunde gar nicht,
00:20:51: was das alles für ihn bedeutet.
00:20:53: Und er schreibt es dann so schön, der Prototyp in dem Fall ist das
00:20:58: Verkaufsgespräch und den Test muss ich mit einem guten überzeugenden
00:21:05: Verkaufsgespräch durchführen.
00:21:08: Da geht Tatj, jemand spazieren bei uns, das ist ganz was Neues.
00:21:19: Das ist schön super, ich mag das, wenn das im Podcast diese,
00:21:23: die fühlen sich dann noch ne bändige an.
00:21:27: Kunde, die bellen, Babys, die schreien, klingeln, die klingeln.
00:21:32: Alles gut, alles gut.
00:21:34: Also, das Geniale ist wirklich zu sagen, ich muss für den Test mir
00:21:40: wirklich das Verkaufsgespräch ganz, ganz genau überlegen und das dann
00:21:45: Probehalber mit einem Kunden führen.
00:21:48: Denn das ist natürlich jetzt schwierig in meiner Branche,
00:21:51: diese Verkaufsgespräche Steuerberaterinnen, Steuerberater sind ja
00:21:54: nicht unbedingt jetzt die Vertriebler, die überzeugenden Verkaufsgenis.
00:21:59: Und das habe ich mir vorgenommen, ich werde mit denen vorher Verkaufsgespräche
00:22:05: üben, die dann quasi prototypsmäßig mit ihren Mandanten testen können.
00:22:12: Und dann kann man beurteilen, ist das ansprechend für den
00:22:16: potenziellen Mandanten ja oder nein.
00:22:18: Man kann ja auch qualitativen, gutes Feedback überhaupt geben.
00:22:22: Das fand ich in dieser These echt grandios.
00:22:27: Ich glaube, wir werden wahrscheinlich einfach die Folgenlänge
00:22:30: sprengen, weil ich hier schon wieder zwei Sachen anschließen kann.
00:22:32: Also, super, erst mal, dass du die These, der hatte ich auch drauf.
00:22:35: Die hat mich auch ein bisschen schlucken lassen.
00:22:37: Auch aus selber eigener Erfahrung.
00:22:39: Erster Punkt, den ich anbringen müsste, ähnlich.
00:22:41: Bei uns ist ja auch, wir sind eine Beratung, wir helfen
00:22:43: Unternehmen besser zusammenzuarbeiten, wir verkaufen
00:22:45: Prozessbegleitung, Workshops.
00:22:47: Wir können auch nicht einfach irgendwie, wir haben auch nicht
00:22:49: ein Preischild auf der Webseite und kauf etwas.
00:22:51: Zumal wir noch etwas machen mit dem Thema Facilitation, also
00:22:54: so ein bessere Workshops oder interaktivere Events, wo viele gar
00:22:59: nicht den Möglichkeiten raum kennen.
00:23:01: Wenn die das noch nie erlebt haben, wissen die gar nicht,
00:23:03: was sie einkaufen.
00:23:04: Die kriegen uns zwar empfohlen und dann zeigen wir ihnen Bilder.
00:23:06: Wir sprechen mit ihnen in den Vorabgesprächen.
00:23:09: Wir versuchen herauszufinden, was ihr Thema ihr Problem ist.
00:23:12: Aber die müssen uns erstmal vertrauen, weil sie das einfach
00:23:16: jetzt noch nicht kennen oder erleben oder nach sagen, sie
00:23:19: immer wow, ich wusste gar nicht, dass man so arbeiten kann,
00:23:22: dass man Workshops so gestalten kann, dass man Meetings so machen
00:23:25: kann, dass man Events so machen kann.
00:23:27: Das ist das eine.
00:23:28: Und da ist auch immer das Verkaufsgespräch, also klar,
00:23:30: wir reden da auch nicht über 3 Euro an der Stelle, die da
00:23:32: ausgegeben werden.
00:23:33: Das ist das eine.
00:23:34: Aber komplizierter wird es nochmal in diesem B2B-Markt.
00:23:36: Wenn man sich überlegt, ich habe ein hochpreisiges Produkt
00:23:39: und auch die Person, die es kauft, wendet es nicht an.
00:23:42: Die es anwendet, bezahlt es nicht.
00:23:44: Und dann gibt es vielleicht noch einen dritten oder vierten Player,
00:23:46: nämlich die Einkaufsabteilung, die nur ganz im Schatten ist,
00:23:49: aber sagt hier Skont, was ist ich, Rabatte und wir wollen aber die Bedingung haben.
00:23:55: Dann werden Verkaufsgesprächen noch schwieriger.
00:23:58: Und dann braucht man natürlich in irgendeiner Form so was wie so eine
00:24:01: kleine Käuferstakeholderanalyse überlegen.
00:24:04: Wen muss sich mit was irgendwie überzeugen?
00:24:06: Wer hat welche Brille auf in dem Kaufprozess und das erstmal so zu
00:24:11: mapen, also das irgendwie zu auf Papier zu bringen.
00:24:16: Und zu deinem Thematik fällt nämlich ein, weil mir das häufiger mit
00:24:20: unserem Kunden machen.
00:24:21: Jetzt könnte man natürlich sagen, ja, jetzt üben wir Verkaufsgespräche,
00:24:24: wir holen einen erfolgreichen Verkäufer rein, machen Seminar,
00:24:27: der erzählt einem die 7 Tipps.
00:24:29: Aber aus unserer Erfahrung heraus, weil wir das auch mit unseren Kunden machen,
00:24:32: wir glauben oft, dass auch eine Idee der Facilitation und auch bei unseren
00:24:36: facilitierten Trainingsansätzen ist, das Wissen ist im Raum,
00:24:39: dass jeder wahrscheinlich schon mal gute Verkaufsgespräche hatte,
00:24:42: nicht so gute Verkaufsgespräche hatte, vielleicht für sich schon analysiert hat,
00:24:46: was funktioniert gut, was funktioniert nicht so gut.
00:24:49: Und dann kann man nämlich auch voneinander lernen und üben.
00:24:52: Und wenn dann noch so ein bisschen der Simulation und ein Rollenspiel dazu kommt,
00:24:55: ja, komm, wir machen das mal, wir testen das mal hier ab,
00:24:58: dann ist das, glaube ich, eine sehr gute Idee an der Stelle,
00:25:00: an die wir auch zu sagen, ich nehme das mal mit rein in mein Angebot
00:25:05: und wir probieren das mal, weil da ist wahrscheinlich auch der Schlüsselmoment
00:25:09: in diesem ganzen Prozess.
00:25:11: Ja, genau. Und was ich dann aber positiv für mich nochmal fand, also in Ansätzen
00:25:18: mache ich ja einige dieser Dinge schon, die er in den Thesen beschreibt,
00:25:21: das hat mich dann wieder beruhigt.
00:25:23: Also wenn ich ein Dienstleistungsprodukt entwickle mit meinen Kunden,
00:25:26: haben wir mal so ein Kennen was.
00:25:28: Sieben Schritte, und dann sage ich immer, und im Prinzip die ersten vier
00:25:33: musst du mit, die ersten drei musst du mit deinem Kunden einfach in diesen Testgespräch
00:25:37: durchgehen und dir dann das Feedback abholen.
00:25:41: Aber da eben nochmal diesen Fokus drauf zu legen,
00:25:44: kann der dieses Testgespräch wirklich gut führen.
00:25:48: Oder wie oft, wie so oft ein Steuerberaterin,
00:25:52: Steuerberater sind immer sehr inhalts- und schon Lösungs geprägt.
00:25:57: Gebe ich denen vielleicht einfach noch so ein paar Fragen mit auf den Weg,
00:26:01: um den Mandanten anzuregen, über sein eigenes Problem nachzudenken.
00:26:07: Und dann dafür so eine Lösung anzubieten.
00:26:10: Also da steckt sehr viel dahinter und deswegen mochte ich da dies, also du hast ja
00:26:14: mit dem Thesenkomplex angefangen, 56 gehört dann noch mit rein.
00:26:18: Auf jeden Fall.
00:26:20: Welche Zauberzahl hast du noch auf dem Zettel?
00:26:23: Also ganz ehrlich, ich habe als erstes tatsächlich die TC1 mitgebracht,
00:26:29: weil ich, das liegt daran, ich lese gerade ein anderes Buch, das unmittelbar dazu passt.
00:26:35: Also die TC1 lautet, das Wissen über das Nichtwissen
00:26:40: ist einer der stärksten Motoren für Innovation.
00:26:44: Super schön.
00:26:46: Und dann mache ich gleich noch einen Kreis an der Stelle,
00:26:49: was ich auch im Buch super toll finde, ist, dass Thesen an der einen Stelle zu Thesen
00:26:56: ganz woanders wiederum passen.
00:26:59: Und die TC91 gehört für mich zur TC1 dazu.
00:27:04: Also wir springen von ganz vorne nach ganz oben, nämlich, hat er mal,
00:27:10: eine Gesellschaft, die glaubt, eine Wissensgesellschaft zu sein,
00:27:15: blockiert Innovation, denn sie glaubt sich bereits am Ziel.
00:27:20: Also das ist für mich so eine These, die geht runter wie Öl
00:27:24: und gehört unbedingt in mein Poesiealbum.
00:27:27: Also ich habe ja so ein Poesiealbum der besten Zitate aus den ganzen Podcastbüchern.
00:27:32: Da gehört das rein.
00:27:34: Und was ich da bei dieser TC1 einfach so stark finde
00:27:40: und das Buch, das ich lese, vielleicht hast du davon schon gehört,
00:27:44: ist sehr großartiges Buch, "Die Zwölfgesetze der Dummheit" von Henning Beck.
00:27:50: Und da gibt es, so wie diesen "Confirmation Bias",
00:27:55: es gibt ja immer diese ganzen Vorurteile zu Geschichten in unserem Gehirn,
00:27:59: und da gibt es das Problem des Oberflächenwissens.
00:28:03: Das heißt, das ist im Prinzip der psychologische Fachbegriff für eine Denkschwäche,
00:28:09: die wir Menschen haben.
00:28:11: Wenn wir glauben, dass wir was verstehen, ist die Gefahr umso größer,
00:28:15: dass wir es nicht verstehen, aber wir tun so, als hätten wir die totale Ahnung.
00:28:20: Und "Dummheit nimmt zu, je mehr man glaubt, schlau zu sein".
00:28:25: Sehr schöner Spruch, also der kommt jetzt aus diesem anderen Buch.
00:28:28: Aber das passt da wunderbar hinein, weil es klar sein muss.
00:28:33: Wir wissen überhaupt nichts, also sehr, sehr wenig.
00:28:37: Und selbst wenn wir sagen, wir wissen, wie ein Fahrrad funktioniert, ganz ehrlich,
00:28:42: das hat ein Buch irgendwo stehen, hast du schon mal ausprobiert,
00:28:45: ein Fahrrad nachzubauen, kriegst du nicht hin.
00:28:48: Aber wir sagen ja immer, ja, weil wir wissen, wie das funktioniert.
00:28:51: Und so was.
00:28:52: Und da hat er das Beschreibte eben so schön, dass wir, er hofft eben,
00:28:58: dass wir Suchende bleiben, so heißt auch dieses Kapitel da an der Stelle,
00:29:03: dass wir hoffen, nie zu finden, damit wir einfach mit dieser permanenten Neugier
00:29:09: und hinterfragen und auch kritisch hinterfragen in die Welt gucken
00:29:13: und dadurch eben auf neue Ideen kommen.
00:29:16: Und auch da wieder, eine kleine Anmerkung, ich hatte immer einer der ersten Podcasts,
00:29:21: habe ich von Anders Inset des Buches "Wildes Wissen" gelesen.
00:29:25: Und da gibt es einen super schönen Begriff, nämlich,
00:29:30: Lasst uns alle präsentieren.
00:29:31: professionelle Amateure sein, nicht Experten. Und das finde ich irgendwie da super schön,
00:29:38: wenn es eben um eine Innovation geht, Neues entdecken, dann müssen wir aufhören,
00:29:43: irgendwo zu behaupten, wir wüssten was und dann komme ich wieder zu Tese 91, nämlich wenn wir
00:29:49: davon sprechen, wir sind eine Wissensgesellschaft, dann behauptet es ja auch wieder, wir hätten
00:29:54: Wissen. Natürlich haben wir Wissen und wir wissen, wo wir es finden, aber wir wissen, wir haben zwar
00:30:00: exponentiell viel mehr Wissen in der Welt, aber der Einzelne weiß deswegen noch lange nicht mehr und
00:30:08: er nennt es sehr schön. Connie Hatula schaut out an dich an dieser Stelle, sie beschäftigt sich
00:30:14: professionell mit dem Thema Lernen. Also er sagt dann, hey lass uns doch nicht die Wissensgesellschaft
00:30:22: feiern, sondern eine Lerngesellschaft, also das umbenennen und er bezeichnet das mit der so
00:30:28: so kratischen Ignoranz, also ich weiß, dass ich nichts weiß und dieses umdenken, wir sind eine
00:30:35: Lerngesellschaft und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, auch wenn es um Innovation und
00:30:40: Ideen gibt, das sich so zu Herzen zu nehmen und eben nicht zu sagen, hey wir sind jetzt nicht
00:30:46: mehr Industriegesellschaft, wir produzieren, sondern wir sind die Wissensgesellschaft des
00:30:50: Hautens hinten selber auf dem Kopf. Das sind super Zusammenhänge und Verknüpfelungen,
00:30:56: die du da ziehst und mir gefällt das auch sehr gut mit der Lerngesellschaft und den Podcast
00:31:01: kann ich auch empfehlen. Da gab es letztens ne Folge über Facilitation D, da hat jemand erzählt,
00:31:06: was er dachte zu wissen über das Themenfeld, um dann zu merken, was ich alles nicht weiß.
00:31:12: Genau, es ist sehr gut, also These 91 und 1 und genau diese Verknüpfung auch,
00:31:22: ist mir nicht auch aufgefallen. Ich habe auch so paar Thesen, die gar nicht nah beieinander liegen,
00:31:27: die ich aber auch verknüpft habe und zusammen da sind. Soll ich dir, willst du dazu noch mal was
00:31:34: haben oder sollen wir dahin springen? Ich wollte nur noch eins sagen, also wie gesagt, es gibt diese
00:31:39: Verknüpfungen von vorne hinten, zwischendurch, also wenn man dann, also wenn man ein bisschen mehr am
00:31:44: Stück liest, dann fällt einem auch auf und was er aber auch noch macht, das finde ich auch ganz
00:31:48: witzig. Er spricht ja auch die ganze Zeit bei seinen Thesen davon, seid kritisch, lasst die Dinge nicht
00:31:54: einfach stehen und er macht es dann tatsächlich, da weiß ich jetzt nicht, welche, er hat eine These
00:31:59: und in der nächsten These schreibt er, das was ich in der vorherigen These geschrieben habe,
00:32:04: ist eigentlich alles Blödsinn, also jetzt übertrieben gesagt. Das fand ich so klug oder so gelungen,
00:32:10: weil es natürlich schmutzelt mir dabei und denkt sich, ja genau, jetzt hat man die eine These durchdacht
00:32:16: und denkt sich, ja, der ist immer wieder toller Gedanke, dann kommt die nächste These und er
00:32:20: sagt, na ja, eigentlich kann man das jetzt auch nochmal auf dem Prüfstand stellen, so die vorherrige,
00:32:25: muss man nochmal nachdenken. Also dann merkt man auch, er macht dann was im eigenen Kopf mit solchen
00:32:32: wunderbaren Auflösungen. Auf der Metaebene macht das Buch auch viel Spaß, und das ist echt gut
00:32:39: gemacht. Ich kann uns mal zu einer nächsten These springen lassen, die genauso zwei Sachen
00:32:46: verknüpft oder die ich verknüpft habe. Das ist ja nochmal das Interessante, da weiß gar nicht,
00:32:49: ob er sie so verknüpft hat, aber ich habe sie für mich verknüpft. These 41, so paradox ist im ersten
00:32:58: Moment Klingenmark, ein System ist dann am effizientesten, wenn es unterbelastet ist,
00:33:03: wenn Mitarbeiter nur zu 60-80% ausgelastet sind. Und das ist ein ganz großes Thema von mir,
00:33:12: deswegen habe ich mich so gefreut, als ob ich diese These, als ich diese These gefunden habe. Da
00:33:16: bezieht er sich auf die sogenannte Theory of Constraints, die gibt es schon seit den 80ern,
00:33:21: da gab es das berühmte Buch "The Goal" von Elian Goldratt, das ist ein Roman, und da wird die
00:33:31: Engpass-Theorie vorgestellt. Und gerade in den Unternehmen, wir sind so betriebswirtschaftlich
00:33:38: und zahlen geprägt. Und da ist es für mich nochmal spannend, jetzt auch da eine Perspektive zu
00:33:42: hören. Zahlen, Zahlen, Zahlen, Auslastung, Auslastung, Auslastung, Kennziffern, Kennziffern,
00:33:47: Kennziffern. Alles muss voll ausgelastet werden, abgeschrieben werden, komplett genutzt werden.
00:33:54: Und da widerspricht einfach sozusagen diese These of Constraints und zu sagen, ich kann nicht in ein
00:33:59: System, in Produktionsschritte, in Wertströme, mir Einzelteile anschauen und die lokal optimieren
00:34:07: und versuchen optimal auszulasten, weil mir das im Fluss der Arbeit, im Wertstrom dann einfach
00:34:12: Probleme bereitet. Und wenn ich eine Maschine habe, die halt nur zehn Teile in der Stunde
00:34:19: veredeln kann in einem Produktionsschritt, aber die Maschinen davor halt viel mehr Teile produzieren,
00:34:25: dann kriege ich ein Problem, wie Lager auf Halde staut sich, es gibt irgendwie Thematiken. Und dann
00:34:32: greift dieser Reflex, ja, aber ich kann doch nicht die Leute vor diesem Schritt nichts tun lassen
00:34:36: oder die Maschinen stehen lassen. Die müssen doch beschäftigt sein, die müssen doch arbeiten. Und
00:34:42: das sehe ich auch immer wieder. Und in der Wissensarbeit gibt das natürlich das auch oder in der
00:34:48: Lernarbeit oder Unwissensarbeit, wie wir das jetzt auch vielleicht benennen wollen. Und da
00:34:55: er sagt nämlich auch oder seinen Punkt da, dass diese Unterlast, die führt zu zwei Themen oder
00:35:01: zu drei Themen, die Arbeit ist besser im Fluss. Also es kommt mehr dabei rum, obwohl man vermeintlich
00:35:06: weniger tut, indem man sich so ein bisschen am Engpass ausrichtet, den optimiert. Man kann
00:35:13: zweitens schneller auf Unvorhergesehenes reagieren, weil noch irgendeiner Kapazitäten da sind. Aber,
00:35:18: und das schreibt am Ende, Dank Unterlast haben die Mitarbeitenden zeitlichen und mentalen Freiraum,
00:35:23: um wirklich neue Ideen zu kriegen. Wenn nicht immer hundert Prozent die extra Meile alle am
00:35:31: Schaffen machen tun, bin, wo ist dann die Zeit, um mal zu sehen, ah, okay, doch, guck mal, das
00:35:37: könnte man doch irgendwie anders machen. Das könnten wir doch irgendwie besser machen. Das geht
00:35:40: doch auch anders. Und deswegen ist diese These 41, ja, also ein System ist dann am effizientesten,
00:35:47: wenn es unterbelastet ist, ganz interessant. Und jetzt ist die Frage, soll ich dir die nächste
00:35:52: vorstellen oder willst du hier schon reinhüpfen? Also weil die nächste hängt dann zusammen.
00:35:56: Ja, ich hüpfe ganz gut rein und dann verbinden wir das gleich natürlich mit deiner zweiten
00:36:01: These. Ich finde das auch, also, erstens super, wir haben uns wirklich komplett andere Thesen
00:36:06: ausgesucht. Ich war ja eher so auf dem Trip. Na ja, du wirst dich, da sieht man mal wieder, wie
00:36:11: unterschiedlich Menschen denken, weil ich immer denke, ja, du springst aus Gleiche an, wie ich,
00:36:15: sehr gut. Die hatte ich mir nicht rausgeschrieben, aber sie ist sehr nachdenkenswert. Und gerade an
00:36:21: der Stelle, wenn ich wieder von meinen Kanzleien spreche oder von Wissensarbeit, dann ist genau
00:36:29: dieses Engpass Konzentration und solche Geschichten, Theory of Constraints, da kommt ja so vieles aus
00:36:38: dieser Produktionsgesellschaft. Das sind ja Theorien, die kommen aus der Industrieproduktion. Und wenn
00:36:45: die dann einfach eins zu eins auf Wissensarbeit angewendet werden, dann wird es schräg. Dann
00:36:51: funktioniert das nicht mehr, weil es tut ja so, als wären auch unsere Mitarbeitenden einfach Maschinen,
00:36:58: die man nur schön Schräubchen für Schräubchen justieren muss im Kopf, damit die ihre 100%
00:37:04: Auslastung liefern. Und das funktioniert beim Menschen ja schon gleich gar nicht. Da sind wir
00:37:09: dann wieder, okay, jetzt kommen die KI, die können, so. Auf zehn Projekte verteilt. Kollege X hat noch
00:37:16: 4% Kapazität, den können wir doch noch im Thema dazu geben und der ganze Multitasking-Warnsel,
00:37:22: Wechselkosten und so weiter. Ja, genau. Also, finde ich es jetzt auch im Zusammenhang der
00:37:28: Wissensarbeitenden umso wichtiger, dass klar ist, ich brauche Freiraum im Kopf und zeitlich,
00:37:39: damit ich überhaupt mal von oben auf meine Tätigkeiten schauen kann in Ruhe. Und eben nicht,
00:37:46: oh Gott, jetzt bei Steuerberatern gilt immer, wie viel die Kennzahl Produktivität ist immer so,
00:37:53: oh je, da sind sie immer ganz scharf drauf. Aber ganz ehrlich, wenn ich 80% als Produktivitäts-
00:38:00: Kennzahl vorgebe, die dann irgendwie auch erreicht werden, da basteln sich die Mitarbeitenden,
00:38:04: dann die Zeitaufschreibung schon passen. Wo soll denn dann ein Wille, eine Lust,
00:38:12: eine Muse herkommen, dass ich mal hingucke und sage, was mache ich denn da gerade? Macht das Sinn?
00:38:19: Kann man es nicht weglassen? Also insofern super wichtig. Und da habe ich jetzt noch eine kleine
00:38:25: These, die ich einstreusele, weil ich so gelacht habe auch an der Stelle, die Tese 28. Ich sage
00:38:35: jetzt gar nicht die These dazu, aber der einzige Raum für Kreativität ist nicht eckig, sondern rund.
00:38:42: Es ist der Kopf. Wunderbar, da räumt ein bisschen so auf. Du hast ja gerade schon von Facilitation
00:38:48: gesprochen. Natürlich müssen die Räume, sollten die Räume dem Kreativitätsprozess förderlich
00:38:55: sein. Aber viel, viel wichtiger ist, was ist der Kopf dafür da und bereit, um Ideen zu entwickeln
00:39:02: und sich auszutauschen. Deswegen mit diesem ist er rund. Ich kann jetzt von da schon wieder
00:39:08: abbiegen, woanders sind. Das ist das für so ein Internetgehörn, wie meins ist das,
00:39:13: dass es so viel fruchtbarer Boden, wenn es dann auch mit deinen Beobachtungen und Erfahrungen
00:39:19: mixt. Aber genau. Und an der Stelle bei 41, will ich auch noch mal sagen, ja. Das heißt, ich kann,
00:39:24: sonst heißt ja immer, ja, ich muss den Mitarbeitenden Freiräume für Lernen geben. Das geht ja auf die
00:39:29: Produktivität. Ich glaube fest daran, dass man es genau über diese Engpass-Theorie lösen kann.
00:39:34: Die Leute können in Unterlast sein. Das System kann trotzdem mehr Output liefern. Und ich habe
00:39:39: noch die Möglichkeit, auf unvorhergesehenes zu reagieren. Und Leute kommen auf Ideen und
00:39:43: vielleicht auch auf radikale Innovationen. In deinem Beispiel, wo sich die Mitarbeitenden
00:39:47: überlegen, könnten wir das nicht ganz anders lösen für unseren Kunden. Und nicht nur irgendwie
00:39:55: im klein, klein denken, inkrementelle Innovation. Ich glaube, die Begriffe hat ja auch geprägt im
00:40:00: vorherigen Buch "Inkrementelle und radikale Innovation". Aber ich verknüpfe mal die 41 mit der
00:40:07: anderen These, die mir mich angesprungen hat, die 82. Lustigerweise verdoppelt. Also, ich weiß
00:40:14: nicht, man weiß nie, also dieses Buch hat viel Überraschung. Ein Unternehmen, jetzt muss man
00:40:21: genau zuhören, ein Unternehmen ohne vollzeitbeschäftigte Führungskräfte, schafft fast automatisch
00:40:30: einen fruchtbaren Boden für Innovation. So, und da ist jetzt, ich hoffe, ich kriege es richtig
00:40:36: rüber, ohne jetzt noch mal alles hier zu sehen. Die These ist, ja, Führung wird ja immer noch als
00:40:42: 100% Job gesehen von sehr vielen Organisationen. Ja, Führungskräfte müssen vielleicht sogar
00:40:47: noch mehr als 100% geben und da sein. Er sagt auch, und das sagen ja auch andere, und wir in so einem
00:40:53: New Work-Context auch, Führung kann auch in Teilzeit gelingen. Wir arbeiten ja zum Beispiel
00:40:56: alle bei Quentin und Glück in Teilzeit. Und wir haben auch keine Führungskräfte oder Hierarchie,
00:41:00: sondern ein bisschen selbst gesteuert, selbst geführt. Aber er sagt oder fragt, was würde
00:41:07: passieren, wenn eine Firma alle Führungskräfte nur noch in Teilzeit, sagen wir zu 60% beschäftigen
00:41:12: würde? Nur noch Führung in Teilzeit? Wie soll das denn gehen? Ja, und dann sagt er, müsste man
00:41:19: sich nämlich mit Führung, ja, mit Führung und nicht mit Führungskräften oder Führungspersonen
00:41:25: auseinandersetzen und sich überlegen, was ist eigentlich die wirkliche Aufgabe von Führung?
00:41:29: Meines Erachtens, ich würde so ein bisschen aus dem Buch wirksamer führen mit Systemtheorie,
00:41:33: ist Orientierung anbieten, Rahmenbedingungen schaffen, für Kommunikation sorgen. Das ist,
00:41:39: glaube ich, was die zentralen Aufgaben von Führung sind. Und wie müssen die Strukturen
00:41:44: des Unternehmens gestaltet werden, ohne dass Menschen mit formaler Macht ständig quasi
00:41:50: ins Micro-Management reingehen? Und da ist eine These, dass, wenn die Führungskräfte in Teilzeit
00:41:58: wären, müssten sie sich auf das fokussieren, was wichtig wäre, Rahmenbedingungen, Orientierung,
00:42:04: Kommunikation unterstützen. Die These wäre dann Micro-Management würde weniger werden. Und
00:42:11: sowohl die Führungskräfte hätten mehr Zeit zum Nachdenken, vielleicht auch für strategisches,
00:42:17: also vielleicht dann, wenn sie dann doch wieder erhöhen von den 60% aber die Strukturen erst
00:42:22: mal geschafft haben, sagen jetzt mache ich doch 80%, aber die 20% nehme ich mir mehr für Zeit für
00:42:27: nicht das Tagesgeschäft, sondern den Weitblick. Und auch die Mitarbeitenden haben dann vielleicht
00:42:36: auch anderen Rahmen, dass Ideen besser gedeihen können. Deswegen war so ein bisschen, als ich die
00:42:41: 41 gelesen habe und die 82 einmal für Unterlast sorgen, Führungskräfte nicht in Vollzeit. Und das
00:42:49: sind ja schon allein zwei, also für mich nicht mehr provokante These, weil ich das genauso sehe,
00:42:53: aber ich sehe es ja in unserer Kundschaft, wo sagen, ja, also, nee, das können wir doch nicht machen,
00:42:59: das geht auch nicht so, was machen die denn dann? Und da wär's nochmal spannend zu hören, was da deine
00:43:05: Gedanken sind jetzt, wenn du hier den Doppelpack hörst aus 41 und 82. Also finde ich jetzt den
00:43:11: Zusammenschluss super spannend, den hatte ich noch gar nicht so wahrgenommen, aber passt natürlich
00:43:16: perfekt. Und bei der These 82 finde ich es jetzt nochmal, wenn ich mit dir darüber rede, unglaublich
00:43:23: wertvoll, das mal für sich zu durchdenken, wenn ich eine Führungskraft bin, weil was passiert denn?
00:43:28: Also jetzt ganz konkret auch mit diesen, du bist nur drei Tage in der Woche in deiner Kanzlei oder
00:43:33: in deinem Unternehmen. Was passiert denn an den zwei Tagen, wo du nicht da bist? Ganz ehrlich, und
00:43:39: das setzt ja die Innovation und die Ideen frei, wenn du nicht greifbar bist für deine Mitarbeitenden
00:43:45: und die brauchende Lösung, dann finden sie eine Punkt. Das ist ja immer das, ja, natürlich geht
00:43:50: jeder Mensch den einfachsten Weg. Okay, wenn die Chefin da ist, klopf, klopf. Hallo, ich komme da
00:43:56: nicht weiter, können Sie mal? Dann sind wir Chefinnen, ich nehme mich nicht aus, obwohl ich keine
00:44:01: Mitarbeiter habe. Natürlich immer die, die gerne ihr Wissen weitergeben, weil das immer so wichtig
00:44:06: und so wertvoll und ja, schau, so machst du es am besten und so weiter und so vor. Damit hat der
00:44:12: Andere nie die Chance, es mal selber zu probieren, mal selber auf eine Lösung zu kommen. Und allein
00:44:18: mit diesem Fakt schaffe ich es, dass meine Mitarbeiter automatisch entscheidungsfreudiger
00:44:25: werden, weil sie es müssen. Und deswegen ist es eine geniale These an der Stelle und nicht einfach
00:44:31: "aus können wir ja nicht machen, da bricht ja Chaos aus". Und jeder, also ein paar leider auch
00:44:36: immer dann unglückliche Fälle, es gibt natürlich immer wieder mal in der Kanzlei plötzliche Krankheit.
00:44:43: Unfall, Steuerberaterin liegt drei Monate im Krankenhaus, auf einmal läuft die Kanzlei von
00:44:50: selbst? Wieso eigentlich, natürlich nicht wieso eigentlich, sondern ja klar, die Mitarbeitenden
00:44:57: haben ja Fachwissen, die wissen ja, wie die Sachen funktionieren und du fängst ja auch an, ganz
00:45:02: anders zu priorisieren. Das gehört für mich auch an der Stelle noch mal dazu, dass man in solchen
00:45:09: Situationen irgendwo kommt, übrigens sitzt der nächste Sprung, eine These, wo er sagt, es muss
00:45:15: ja immer nicht immer die Notsituation sein, aus der dann die neuen Ideen entstehen. Aber du schaffst
00:45:23: einfach einen neuen Rahmen. Ich mach jetzt, ich bin jetzt nur noch anwesend an drei Tagen in der Woche
00:45:29: und damit ergibt sich drumherum die neue Situation und damit ein ganz anderer Nährboden für Ideen,
00:45:36: großartig das zusammenzuführen dann auch mit dieser Engpasstheorie. Ich bin so gespannt,
00:45:42: wie viel Zeit haben wir noch für Thesen? Ich habe hier noch nicht so viel zu tun. Nein,
00:45:48: aber verdammt. Jeder darf noch einen. Nein, du, jetzt machen wir mal. Und dann,
00:45:56: genau, jeder noch eine und dann löffeln wir einmal gemeinsam. Was meinst du, was hältst du davon?
00:46:03: Genau, ich mache jetzt noch eine kurze, weil ich die ziemlich cool finde, auch wieder als einfach
00:46:10: praktische Maßnahme. Das ist die These 33. Unternehmen, die mehr Innovation wollen, sollten das Onboarding
00:46:20: neuer Mitarbeiter kritisch hinterfragen. Ich berate beim Onboarding und da finde ich das sehr gelungen,
00:46:29: natürlich erzähle ich auch, ja, man muss dann einen schönen Prozess haben, möglichst schnell
00:46:34: innerhalb von drei Monaten sollten die quasi arbeitsfähig gemacht werden. Aber genau,
00:46:39: wenn je strukturierter der Onboardingprozess ist, muss man dann, da muss ich mich dann an die Nase
00:46:45: fassen, dass du mehr oder dass du mehr verhinderst du Innovation. Weil dieser Neue wird einfach
00:46:54: gepolt auf die vorhandene Struktur, damit er gut läuft, damit er sich schön integriert und alles,
00:47:02: was der mitgebracht hätte in seinem Kopf an Ideen und möglichen Veränderungen, wird tot
00:47:08: getrampelt durch die Struktur. Und da sehr schön, also diese Außensicht, also diese Außensicht zu
00:47:15: kultivieren, wobei also da wir jetzt immer beim kritischen Hinterfragen so eins zu eins kann,
00:47:20: das kannst du natürlich nicht machen, weil du stellst dir jemanden ein, damit der dir was
00:47:24: abarbeitet. Aber nur mal eben drüber nachzudenken, dieses "Da kommt jemand mit einer ganz neuen
00:47:33: Perspektive, der kennt uns noch nicht, der schaut mit einem völlig frischen Blick auf das,
00:47:38: was wir da treiben." Und das wäre jetzt mal so eine Idee und sagen wir mal die zweite Woche,
00:47:44: vielleicht die erste Woche noch nicht, damit ein bisschen Warm-up braucht ist. Aber wenn so
00:47:49: neuer Mitarbeiter in der zweiten Woche den Auftrag bekommt, bitte verhalte dich wie ein externer
00:47:56: Berater und spiege uns alles, was dir auffällt. Blödsinn ist aus seiner Sicht, bitte sag
00:48:03: nicht Blödsinn dazu, wenn es du es uns dann als Feedback gibst, aber den den expliziten
00:48:09: wochenlang unter diesem Blick in die ganze Leih zu nehmen oder ins Unternehmen. Genialer
00:48:15: Gedanke und damit kommt dann, wenn natürlich eine gewisse Offenheit für solches Feedback
00:48:20: im Unternehmen herrscht von den anderen Mitarbeitenden, kannst du ganz viel Neues in die Eltern
00:48:27: werden. Ich bin so happy, dass du die These genommen hast. A besteht sie aus meiner Lieblingszahl.
00:48:32: B hatte ich sie intern auch geteilt und gesagt, wir hatten nämlich gerade eine Kollegin eingestellt
00:48:41: und wir haben es nicht so gemacht. Ich habe diese These intern geteilt und wir haben alle
00:48:44: gesagt, verdammt, wir hätten die erste Zeit von Theresa, die ersten vier Wochen, genau
00:48:49: für dieses, wir sind ja auch noch Berater für diese Spiegel und Beobachten. Wir haben
00:48:53: auch einen super strukturierten, tollen Ornbolling-Prozess. Aber das meine ich, das ist so stark,
00:48:58: genau dieses "Mmmh". Manchmal tut es auch weh, diese These zu lesen. Man merkt schon im Bauchgefühl,
00:49:03: man setzt sich damit auseinander, dann denkt man so "Oh, er tappt, oh nein, selbst gemacht".
00:49:08: Und selbst jetzt für Menschen, die sich schon viel mit Innovationen beschäftigt haben,
00:49:12: jetzt vielleicht auch wie du oder wie wir das auch in unserem Business haben, da steckt
00:49:16: noch so viele These drin, wo sagt, Volltreffer, die gehen direkt ins Mark. Und die halte
00:49:24: ich auch für extrem lesenswert und wichtig, die 33. Und da jetzt ist genau die Frage,
00:49:31: eine Woche, zwei Wochen, er spricht ja sogar, glaube ich, von drei Monaten. Das haben wir
00:49:35: uns auch belegt, drei Monate, das ist krass Beobachten. Ich glaube, dann sitzt man vielleicht
00:49:38: auf dem heißen Stuhl. Aber so mindestens mal eine Woche bis Monat ist, glaube ich,
00:49:42: ein mega Investment, je nachdem wie das eigene System aufgebaut ist. Also, ja, klasse. Dann
00:49:49: bin ich nochmal eine raus. Oh, das ist schwer, ich habe ja auf dem Zettel noch einige. Das
00:49:53: ist wirklich, aber ich nehme mal eine raus, weil die auch ein bisschen provoziert ist. Und
00:49:59: ich mag die. Und da muss ich auch mal aufpassen beim Facilitieren in so Ideation Workshops.
00:50:06: These 65. Konsens bei der Ideenauswahl ist gut, denn er ist ein starkes Indiz dafür,
00:50:13: welche Ideen es nicht wert sind, weiterverfolgt zu werden.
00:50:15: Oh, ich habe sie zwar nicht.
00:50:17: Wenn wir uns alle einig sind, das ist eine gute Idee, ist dann ist es eine scheiß Idee
00:50:24: und wir sollten sie uns wegwerfen. Also, da ist es ganz klar, er sagt irgendwie,
00:50:29: dass ungewöhnliche Ideen sind so polarisierend, dass sie meistens nicht die Zustimmung haben.
00:50:35: Ist ähnlich wie mit, man kennt das ja so ein bisschen, ich kenne das noch von früher
00:50:38: mit Autos, die eine neue Form hatten oder neue Marken-Logos, ich erinnere mich an Merk,
00:50:44: als sie den Relaunch gemacht haben. Ein Jahr lang habe ich das Merk-Logo gedacht. Das
00:50:47: haben wir sich dabei gedacht. Und irgendwann finde ich es richtig gut. Also, und
00:50:53: da ist es genauso, Ideen, die von allen oder zumindest einem großen Teil der Gruppe akzeptiert
00:50:58: werden, setzen sich durch. Aber der Konsens hat einen großen Haken, er hasst die Extreme
00:51:02: und so werden die total langweiligen, unorganellen Ideen genauso schnell aussortiert wie die total
00:51:06: verrückten, avantgardistischen, ungewöhnlichen. Was bleibt sind die normalen Ideen, Ideen
00:51:11: ohne Ecken und Kanten, die niemanden wehtun, weil sie wieder weh noch wow sind, sondern
00:51:15: einfach mau. Also, so ist übrigens auch das Buch geschrieben. Also und Konsensfähige
00:51:21: Ideen haben selten das Zeug. Und da heißt es ein bisschen auch, deswegen muss man auch
00:51:25: aufpassen bei solchen dann Ideen-Workshops. Wie kriegen wir denn die Ausreise auch hin?
00:51:31: Und wie fragen wir denn ab, bei welchen Ideen, naja, ist denn nicht irgendwie Konsens, sondern
00:51:36: irgendwie Uneinigkeit da und wie können wir diese Uneinigkeit weiterspielen und wie können
00:51:43: wir die vielleicht verproben, vertesten und nicht sofort aussortieren und sagen ja, das
00:51:47: ist eine gute Idee. Wenn wir alles alles für gut finden, dann frage ich mich auch, wo
00:51:51: und warum hat es, dann hat es wahrscheinlich auch schon, dann hättest du schon irgendjemand
00:51:54: gemacht, wenn 12 Leute sagen, ist alles eine gute Idee. Ja, genau. Also, da fand ich das
00:51:58: auch sehr stark. Also erstens, wie er es geschrieben hat, was du vorgelesen hast,
00:52:02: jetzt auch gerade, das habe ich tatsächlich auch hier mit meinem Leuchtmarker angestrechen.
00:52:07: Aber einfach genau dieser Gedanke nach, okay, natürlich wir verwenden das Konsensverfahren
00:52:12: bei der Ideenauswahl, aber genau eben im umgekehrten Sinne, das, was den meisten Konsens hat, wird
00:52:19: verworfen. Ich finde das einfach so von der Grunddäste großartig. Und dann tun wir diese
00:52:24: zwei extremen Sachen uns nochmal anschauen und machen das so lange, er sagt dann ja,
00:52:30: er verwendet das Bild ja dann das, das ist wie bei den Gold, waschen am Fluss,
00:52:36: wir tun dann so lange herum bis dann mal Nacket übrig bleibt. Sehr schönes Bild.
00:52:42: Ja, richtig, richtig gut. So, jetzt lass uns Würfel.
00:52:48: Ich habe die Würfel in der Hand. Ja, ich habe, wir haben es ja, ich weiß gar nicht, ob du
00:52:52: es schon in der Aufnahme war, aber ich hatte zur Angelegenheit meint, hey, 95 Thesen, ja, ich
00:52:57: bin ja auch ein großer Freund von Spielen und Rollenspielern, habe ja alle Würfel in der
00:53:01: Hand. Und dann meint, weil er hat auch eine These zu Serendipität, ich glaube,
00:53:05: dass ich die hatte ich wahrscheinlich auch angesprochen, ja, also Zufall, Zufallsbunde.
00:53:08: Und da habe ich gesagt, wir Würfeln mal eine These, die wir nicht beide vorbereitet haben
00:53:13: oder vielleicht ist sie vorbereitet und reden da noch mal zumindest über die Überschrift kurz
00:53:16: drüber, was das mit uns macht. Und ich würfel jetzt mal hier mit dem Zehner, der sagt die Zahl
00:53:22: sieben und der andere Würfel sieben, 77. Ja, also sieben und sieben und sieben.
00:53:28: Ich habe die Hüfte bei mir auf der Liste. Ah, oh, das ist genial, weil, also ich habe sie
00:53:34: nicht auf meiner Liste, aber als ich das Buch aufgeschlagen habe, das erste Mal in der Hand
00:53:40: und aufgeschlagen, war das die These, die mal erstes in die Hand gefallen ist. Großartig.
00:53:45: Dann sagt doch mal deine Gedanken dazu. Also, oder erlässt sie doch mal vor,
00:53:48: welcher ist es denn? Und es ist Wahnsinn und sie passt. Ich lese vor, also die These heißt
00:53:53: etablierte Unternehmen sollten nicht auf Start-ups schielen, wenn sie Innovation lernen wollen.
00:53:59: Und der letzte Satz dieser These heißt den Wunderwürfel studieren, nicht die Rätsellöser.
00:54:06: Ja, es geht nämlich um den Rubix und den bunten Zauberwürfel, gerne im Text.
00:54:15: Genau. Und das ist eine schöne Gedanke, weil das kenne ich auch von größeren Firmen,
00:54:22: die jetzt ja, wir tun jetzt ein, also die Firma selber macht ganz normales Tagesgeschäft und dann
00:54:32: wird ja so ein kleines Schnellboot, wird es dann auch mal gerne genannt, für Innovations,
00:54:38: so ein Innovationsteam gegründet und die sollen dann am besten sich so verhalten wie ein Start-up.
00:54:44: Und daneben besteht aber der große Konzern. Und da sagt er, was für ein Quatsch, weil gerade
00:54:50: diese Start-ups, da hängt so viel, dass die erfolgreich sind mit ihren Ideen oder nicht,
00:54:55: ich denke so viel von Glück, von Umständen, das sind wir wieder bei Serendibität, ab und so weiter.
00:55:01: Das macht keinen Sinn auf die Start-ups zu gucken, weil das Glück kann man ja nicht kopieren.
00:55:07: Und da macht er eben dieses Beispiel von dem Rubix-Würfel ganz hervorragend und das passt jetzt
00:55:13: ja auch in unsere gewürfelte These. Mehr möchte ich dazu auch nicht sagen.
00:55:19: Das ist jetzt wirklich Zufall. Also das ist jetzt, das war nicht abgesprochen.
00:55:23: Ich hatte es auch nicht auf der Liste. Du hast als erstes angeguckt, der Würfel zeigt die 77 an.
00:55:29: Ja, was ein grandioser Abschluss mit den Thesen. Ich hätte jetzt noch Lust gehabt hier,
00:55:33: ich kenne das ganze Ding mit dir, also durchspielen. Und so ist auch das Buch gedacht.
00:55:38: Und interessanterweise, ich habe mit Jean-Philipp geschrieben und auch gesagt, hey Jean-Philipp,
00:55:42: ich will auf dem Barcamp, auf dem Innovation-Culturecamp bin ich im Januar in Wiesbaden Ende Januar
00:55:49: und habe schon eine Session eingetragen, und zwar nämlich fünf provokante Thesen zur Innovation.
00:55:54: Und die will ich dann in 45 Minuten mit den Menschen quasi im Raum besprechbar machen.
00:55:59: Und meine Idee ist sogar jetzt nochmal durch ein Gespräch mit dem anderen entstanden,
00:56:02: dass ich nur von den fünf Thesen die Überschriften aufhänge und gar nicht sage, was der Autor geschrieben hat,
00:56:09: sondern nur anhand dieser Titel und Überschriften der Thesen, die Leute halt so ein bisschen
00:56:14: fassilitiert ins Gespräch bringen, so dass jeder zu Wort kommt und ein bisschen nach Methode.
00:56:19: Und wir schauen, was steckt denn da drin und was sagt denn das Bauchgefühl, was ist denn dein erster Stimmungstest?
00:56:28: Und der Jean-Philipp nochmal hier größer an Ihnen, falls ihr das hört, auch gesagt hat, super, mach das total offenbar,
00:56:35: nutz das Buch, nimm die Thesen mit, kopier sie dir raus, häng sie auf, nutze ihn in Workshops.
00:56:40: Und weil er man richtig merkt, weil er mit diesem Buch einen Kommunikationsanlass schaffen will
00:56:46: und will, dass die Leute darüber nachdenken, in den Austausch gehen und man merkt, man kann das ja so schön machen,
00:56:52: ob Mitwürfel, ohne Würfel vorbereitet, nur die Überschrift reinblättern, ins nächste Meeting mitnehmen,
00:56:59: als Abreiskalender, ich weiß nicht, was dir noch alles einfällt, aber ich finde es genial.
00:57:03: Ja, so machen Bücher Spaß, also nochmal doppelspaß.
00:57:06: Ja, genau. Und jetzt abschließend, also ich finde auch, nutz das Buch, um selber ins Gespräch zu kommen,
00:57:13: mit Menschen in eurem Umfeld über Innovationen nachzudenken.
00:57:16: Ich finde es zusätzlich auch spannend, du hast es ja schon angesprochen, jede These hat ja dann auch ein Zitat von Luther.
00:57:23: Und ich schließe jetzt mit einem meiner Lieblingszitate und vielleicht passt es auch bei deinem Barcamp,
00:57:30: wenn du die Thesen hinhängst, könntest du ja auch diese Zitat, ein paar von den Lutherzitaten,
00:57:35: die sind nämlich auch besprechungswürdig und ich habe mir eines rausgeschrieben,
00:57:41: keine Ahnung, ob Luther das wirklich gesagt hat, ist aber auch wurscht,
00:57:45: alle Menschen sind von Natur aus mehr Nachdenker als Vordenker, weil alle klug sind, nachdem etwas geschehen ist.
00:57:54: Wir alle müssen lehrgern geben und aus Schaden klug werden, was für ein geiler Spruch, also mit dem...
00:58:02: - Bei welcher These stand der, nur damit ich den... wo, wo stand er? - Bei 74.
00:58:06: - Super. - Genau. Also wir müssen jetzt aufhören, sonst kriegen wir gar kein Endemain.
00:58:16: Super, Jakob, das hat echt Spaß gemacht, war ganz toll und ganz großes Danke an Jean-Philipp
00:58:23: für dieses wundervolle Buch ins Wiegeben und herzlichen Danken dir, Jakob.
00:58:28: Ich wäre gerne danke für die Einladung und super, dass du dieses Format anbietest
00:58:32: und dass man sich einfach mit einer Buchidee melken kann und wenn das mit dir resoniert,
00:58:36: ich finde es klasse und ja, ich bin ja schon lange Hörer und Fan gewesen.
00:58:41: - Alles klar, danke dir, bis denn, ciao!
00:58:45: Das war's für heute. Das nächste Buch steht schon im Regal. Auf Wiederhören bei der Leseoptimistin.
00:58:54: [Musik]
00:59:00: Untertitel im Auftrag des ZDF (2019)